Wie Viele Casinos Gibt Es In Las Vegas



Wer zum ersten Mal den Las Vegas Strip entlangfährt, fühlt sich fast überrumpelt. Links das Bellagio mit seinen tanzenden Springbrunnen, rechts das Caesars Palace, davor das Paris mit seinem Nachbau des Eiffelturms — und das geht Kilometer für Kilometer so weiter. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Wie viele Casinos gibt es eigentlich in dieser Stadt? Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, wie man zählt. Die Nevada Gaming Commission listet über 60 spielbanken im Las Vegas Valley, aber wenn man nur die echten „Strip-Casinos“ zählt, sind es deutlich weniger. Für Spieler aus Deutschland, die ihren nächsten USA-Trip planen, lohnt sich ein genauerer Blick — denn nicht jedes Casino ist gleich, und die Unterschiede entscheiden darüber, wo man sein Budget am besten einsetzt.

Las Vegas: Eine Stadt, drei Casino-Zonen

Las Vegas ist nicht gleich Las Vegas. Wer die Stadt versteht, muss sie in drei Hauptbereiche aufteilen, die jeweils eine völlig unterschiedliche Spielerfahrung bieten. Der berühmte Las Vegas Strip gehört technisch gesehen gar nicht zu Las Vegas — er liegt in Paradise, einem eigenständigen Census Designated Place. Hier finden sich etwa 30 der prestigeträchtigsten Casinos, darunter das MGM Grand, das Venetian, das Wynn und das Aria. Diese Häuser konkurrieren mit milliardenschweren Investitionen um Aufmerksamkeit. Die Spielregeln sind hier oft strikter, die Mindesteinsätze höher, aber das Ambiente ist einzigartig.

Downtown Las Vegas, das historische Zentrum um die Fremont Street, bietet ein günstigeres Spielerlebnis. Hier gibt es etwa 20 Casinos, darunter das Golden Nugget, das Four Queens und das Binion's. Die Atmosphäre ist entspannter, die quoted Blackjack-Tische sind häufiger, und die Spielerfahrung erinnert an das alte Las Vegas der 70er und 80er Jahre. Für Spieler, die nicht mehrfach hunderte Dollar pro Hand setzen möchten, ist Downtown oft die bessere Wahl. Schließlich gibt es noch die sogenannten „Locals Casinos“ in den Außenbezirken wie Henderson und North Las Vegas — Orte wie das Green Valley Ranch oder das Santa Fe Station. Hier spielen Einheimische, die Touristenströme fehlen, und die Auszahlungsquoten sind oft besser.

Die Zahlen: Offizielle Lizenzen und echte Spielbanken

Die Nevada Gaming Control Board unterscheidet zwischen verschiedenen Lizenzkategorien. Eine „Non-Restricted Gaming License“ erlaubt uneingeschränktes Glücksspiel mit 16 oder mehr Slot-Machines und beliebigen Tischspielen. Insgesamt gibt es im Clark County, zu dem Las Vegas gehört, über 70 solcher lizenzierten Standorte. Allerdings: Viele davon sind Bars oder Supermärkte mit einer Handvoll Spielautomaten, keine echten Casinos im klassischen Sinne. Zählt man nur Vollservice-Casinos mit Tischspielen, Restaurants und Hotelzimmern, landet man bei etwa 50 bis 60 Standorten im gesamten Las Vegas Valley. Davon entfallen grob 30 auf den Strip, 20 auf Downtown und die Umgebung, sowie weitere 10 bis 15 auf die Locals-Märkte.

Eine Besonderheit: Jedes Casino muss in Nevada einen bestimmten Prozentsatz seiner Einnahmen als Gaming Tax abführen. Dieser liegt bei 6,75 Prozent der Bruttospielerträge — niedriger als in vielen anderen US-Bundesstaaten und deutlich niedriger als die deutschen Regelungen. Das erklärt teilweise, warum die Casinos in Las Vegas so opulent sein können: Sie haben mehr Geld zur Verfügung, um Spieler anzulocken und zu halten.

Die größten Casinos am Strip nach Fläche

Größe ist in Las Vegas ein Wettbewerbsparameter. Das größte Casino der Stadt ist das Wynn/Encore mit einer Spielfläche von über 24.000 Quadratmetern — das entspricht etwa drei Fußballfeldern. Dicht gefolgt vom Venetian/Palazzo und dem MGM Grand. Diese drei Komplexe bieten zusammen mehr Spieltische und Spielautomaten als manche mittelgroße deutsche Stadt insgesamt. Das Bellagio, optisch vielleicht das ikonischste Casino, fällt mit seiner Spielfläche überraschenderweise etwas ab — der Fokus liegt hier stärker auf Luxus und Exklusivität als auf reiner Masse.

CasinoSpielfläche (ca.)Slot MachinesTischspiele
Wynn/Encore24.000 m²1.800+180+
Venetian/Palazzo22.000 m²2.400+200+
MGM Grand16.000 m²2.300+170+
Bellagio12.000 m²2.300+150+

Welche Spiele dominieren in Las Vegas?

Anders als in deutschen Online-Casinos, wo Slots den Markt dominieren, spielen Tischspiele in Las Vegas eine viel größere Rolle. Blackjack bleibt der unangefochtene Favorit — fast jedes Casino bietet Dutzende Tische mit Einsätzen von 5 Dollar (Downtown, Locals) bis 500 Dollar und mehr (High-Limit-Räume am Strip). Craps, das Würfelspiel, ist in den USA deutlich populärer als in Europa und findet sich in jedem Vollservice-Casino. Roulette wird angeboten, aber die amerikanische Variante mit Doppel-Null dominiert — eine wichtige Information für europäische Spieler, die die französische Single-Zero-Regel gewohnt sind. Die Auszahlungsquote ist hierbei wesentlich schlechter: Der Hausvorteil liegt bei der amerikanischen Variante bei 5,26 Prozent gegenüber 2,7 Prozent bei der europäischen Version.

Poker nimmt eine Sonderstellung ein. Das Rio war jahrelang Heimat der World Series of Poker, bevor die Veranstaltung 2022 ins Bally's (jetzt Horseshoe) wechselte. Große Poker-Räume finden sich im Bellagio, im Aria und im Venetian. Wer Turniere spielen möchte, findet täglich Buy-ins von 50 bis 1.000 Dollar und mehr. Cash Games laufen rund um die Uhr. Ein Unterschied zu Deutschland: Rake, also die Gebühr, die das Casino vom Pot nimmt, liegt in Las Vegas meist bei 10 Prozent bis zu einem Maximum von 5 Dollar — moderater als in vielen europäischen Casinos.

Tipps für deutsche Spieler in Las Vegas

Wer aus Deutschland anreist, sollte einige wichtige Unterschiede kennen. Das Mindestalter für Glücksspiel in Nevada liegt bei 21 Jahren — strikter als in Deutschland, wo 18 Jahre oft ausreichen. Ein deutscher Personalausweis wird akzeptiert, aber ein Reisepass vermeidet Diskussionen. Die Trinkgeldkultur ist für Deutsche gewöhnungsbedürftig: Dealer erwarten bei Gewinnen einen „Toke“, also ein Trinkgeld. Üblich sind etwa 5 Prozent bei größeren Gewinnen oder ein Dollar pro gewonnenem Pot im Poker. Wer kein Trinkgeld gibt, gilt schnell als unhöflich — und wird beim Service spürbar Nachteile erleben.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Alkoholpolitik. Am Strip ist es erlaubt, auf der Straße Alkohol zu konsumieren, solange er nicht in Glasbehältern serviert wird. In den Casinos selbst erhalten Spieler an den Tischen und Slots kostenlose Getränke, solange sie aktiv spielen. Das personalisierte „Players Card“-System lohnt sich: Wer regelmäßig spielt, sammelt Punkte, die für kostenlose Übernachtungen, Mahlzeiten und Show-Tickets eingelöst werden können. Deutsche Online-Casino-Spieler kennen dieses System von VIP-Programmen, aber in Las Vegas ist es deutlich transparenter und generöser.

Downtown vs. Strip: Wo spielt es sich besser?

Für Besucher mit begrenztem Budget ist Downtown Las Vegas oft die vernünftigere Wahl. Die Downtown Casinos bieten traditionell bessere Quoten bei Slots und höhere Rückzahlungsprozentsätze. Ein Grund: Weniger Touristen bedeuten mehr Konkurrenz um Spieler. Das Golden Nugget bietet downtown die eleganteste Umgebung, während das D Las Vegas und das Circa (das erste neue Downtown-Casino seit Jahrzehnten) für ein jüngeres Publikum attraktiv sind. Circa hat sogar ein „Stadium Swim“ genannt Pool-Bereich mit riesigen Sportwetten-Bildschirmen — eine Kombination, die in Europa kaum vorstellbar wäre.

Der Strip hingegen bietet das Erlebnis, das man aus Filmen kennt. Wer einmal im Leben vor dem Bellagio-Brunnen stand und dann im Casino spielt, versteht, warum diese Orte ihren Preis haben. Die Regeln sind härter: So zahlen sich Blackjack-Side-Bets hier schlechter aus, und Spielautomaten haben niedrigere RTP-Werte als in lokalen Casinos. Wer für das Erlebnis zahlt, ist hier richtig. Wer für das Spiel kommt, fährt besser nach Downtown oder zu den Locals-Casinos.

Casinos außerhalb von Las Vegas: Ein Vergleich

Die Konzentration von Casinos in Las Vegas ist weltweit einzigartig. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es aktuell etwa 60 Spielbanken, verteilt auf ein Land mit 84 Millionen Einwohnern. Las Vegas mit seinen 2,8 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet bietet ebenfalls etwa 60 Vollservice-Casinos. Der Unterschied zeigt sich in der Dichte und der Verfügbarkeit. Wo ein deutscher Spieler oft hunderte Kilometer zur nächsten Spielbank fährt oder auf Online-Casinos mit deutscher Lizenz ausweicht, kann ein Las Vegas Tourist von Casino zu Casino spazieren — manche sind direkt miteinander verbunden.

FAQ

Wie viele Casinos gibt es auf dem Las Vegas Strip genau?

Je nach Definition zählt man zwischen 28 und 32 Casinos auf dem eigentlichen Strip. Die genaue Zahl schwankt, da gelegentlich Casinos umbauen oder schließen. Der Strip ist etwa 6,8 Kilometer lang und reicht vom Mandalay Bay im Süden bis zum Stratosphere (jetzt The Strat) im Norden.

Welches Casino hat die besten Gewinnchancen in Las Vegas?

Generell bieten Downtown-Casinos und Locals-Casinos bessere Auszahlungsquoten als die großen Strip-Resorts. Das Main Street Station und das El Cortez in Downtown sind für ihre spielerfreundlichen Blackjack-Regeln bekannt. Bei Spielautomaten liegen die Rückzahlungsquoten in Locals-Casinos oft bei über 93 Prozent, während Strip-Casinos eher bei 90 bis 92 Prozent liegen.

Kann man in Las Vegas ohne Spielerfahrung ins Casino gehen?

Ja, Casinos in Las Vegas sind für Einsteiger offener als viele europäische Spielbanken. An vielen Tischen hängen Anleitungen, und Dealer erklären die Regeln, wenn es ruhig ist. Für Blackjack gibt es oft Tische mit Mindesteinsätzen von 5 Dollar — ideal zum Lernen. Einige Casinos bieten sogar kostenlose Lektionen für Anfänger an.

Muss man Steuern auf Casino-Gewinne in Las Vegas zahlen?

Für US-Bürger ja — Gewinne über 1.200 Dollar bei Slots oder 5.000 Dollar bei Poker-Turnieren werden automatisch gemeldet. Deutsche Spieler können sich von dieser Quellensteuer befreien lassen, indem sie ein Formular ausfüllen. Gewinne müssen jedoch in Deutschland steuerlich deklariert werden, wenn sie nicht aus Freizeitglücksspiel stammen. Ein Steuerberater hilft bei der Einordnung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Casino und einer Spielothek in Las Vegas?

In Las Vegas gibt es diese Trennung nicht wie in Deutschland. Jeder Standort mit Glücksspiellizenz kann Slots und Tischspiele anbieten. Kleine Bars mit ein paar Automaten heißen oft „Slots“ oder „Gaming Lounge“, während Vollservice-Casinos immer auch Tische, Restaurants und oft Hotels bieten. Die Nevada Gaming Control Board lizenziert alle gleich.